Die Leitung Pädagogik
Fachstelle Beratung und Enwicklung
Leitung Fachstelle “Beratung und Entwicklung”
Brigitte Heinz
Allgemeine Information
Die Mitarbeiter:innen der Fachstelle wirken bei der Weiterentwicklung grundlegender Themen, Konzepte und Qualitätsstandards im Betrieb und in den Einrichtungen entscheidend mit. Sie begleiten pädagogische Prozesse, beraten und qualifizieren Einrichtungsleitungen, pädagogische Fachkräfte und Teams zu thematischen Schwerpunkten, den Grundlagen des Bildungs- und Erziehungsplans sowie einzelfallbezogen zu Fragestellungen kindlicher Entwicklung, des Kindeswohls und bei Kindeswohlgefährdungen. Ausgangspunkt der Beratungen sind die Bedarfe der jeweiligen Einrichtungen vor Ort. In enger Abstimmung mit der Leitung Pädagogik und den Regionalleitungen unterstützen die Mitarbeiter*innen der Fachstelle Beratung und Entwicklung die Einrichtungen bei der Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von definierten Zielen.
Schwerpunkte der Fachstelle Beratung & Entwicklung
Diversität und interkulturelle Öffnung
Diversität meint Vielfalt. Es geht dabei um den verantwortungsvollen Umgang mit Unterschiedlichkeiten und damit um unsere demokratischen Werte: Jeder Mensch ist unterschiedlich und alle Menschen haben die gleichen Rechte. Diversität verweist insbesondere auf gesellschaftliche Strukturen, die zum Ausschluss und struktureller Benachteiligung führen. In der pädagogischen Arbeit ist die vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung ein wichtiger Baustein inklusiver Praxis.
Die Fachstelle Beratung und Entwicklung unterstützt diese Prozesse konzeptionell sowie durch unterschiedliche Qualifizierungsangebote. Sie berät pädagogische Fachkräfte und Teams zu Professionalisierungsfragen und organisiert in Abstimmung mit der Betriebsleitung Veranstaltungen für alle Mitarbeiter:innen des Betriebs Kita Frankfurt zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Der Schwerpunkt Diversität soll dazu dienen, individuelle Menschenrechte auf institutioneller Ebene zu verankern.
Sprachbildung und ‑förderung
Sprachliche Bildung und Förderung erfolgt bei Kita Frankfurt alltagsintegriert, getragen durch alle Fachkräfte der Einrichtungen und ergänzt durch zusätzliche Maßnahmen auf der Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans. Dabei werden die verschiedenen sprachlichen und kulturellen Hintergründe der Kinder und ihrer Familien eingebunden. In jeder Einrichtung unterstützt eine pädagogische Fachkraft das gesamte Team. Diese wird durch die Fachstelle Beratung und Entwicklung regelmäßig als Sprachmultiplikator:in qualifiziert. Darüber hinaus beraten und qualifizieren die Mitarbeitenden der Fachstelle Beratung und Entwicklung sowohl kind- als auch einrichtungsbezogen auf Anfrage zu den Themenfeldern sprachliche Bildung und Förderung, Bildungssprache Deutsch, Sprachentwicklung, Umgang mit Mehrsprachigkeit und Literacy. Die Fachstelle Beratung und Entwicklung initiiert, organisiert und begleitet die Teilnahme der Kinderzentren an verschiedenen Projekten zur Sprachbildung auf Bundes‑, Landes- oder kommunaler Ebene.
Fachberatung zum hessischen Bildungs- und Erziehungsplan & zu Schwerpunkt-Kita (§32 HKJGB)
Die Fachberatungen sind Prozessbegleiter:innen und Impulsgeber:innen zur Qualitätssicherung und ‑entwicklung in den Einrichtungen von Kita Frankfurt. Sie unterstützen die Einrichtungen bei ihrem Bildungs‑, Erziehungs- und Betreuungsauftrag auf Basis der sechs Grundsätze und Prinzipien des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) gemäß §32 des Hessischen Kinder- und Jugendhilfe-Gesetzbuchs (HKJGB):
- Stärkung der Basiskompetenzen der Kinder
- Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt
- Moderation von Bildungs- und Erziehungsprozessen, z.B. Bildungsprozesse
ko-konstruktiv gestalten - Kooperation und Beteiligung der Kinder und der Eltern
- Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen
- Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern
Die Themenbereiche der Schwerpunkt-Kitas sind ebenso im Fokus der Fachberatung: Sprachförderung, Förderung der Gesundheit, der sozialen, kulturellen und interkulturellen Kompetenzen der Kinder und Förderung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft sowie Unterstützung bei der Vernetzung im Sozialraum.
Marte Meo in der pädagogischen Arbeit
Marte Meo ist eine pädagogische Methode, die an vorhandenen Ressourcen ansetzt und als Ausgangspunkt die beobachtbaren Interaktionen zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen nimmt. Das Arbeitsmittel von Marte Meo sind Videoaufzeichnungen, mit denen Situationen sowohl mit Kolleg:innen als auch mit Eltern analysiert und besprochen werden können. Somit ist Marte Meo ein Beobachtungssystem mit dem Ziel, Entwicklungsprozesse anzustoßen und dafür die jeweils eigenen Fähigkeiten und Ressourcen auf bestmögliche Weise einzusetzen. Das gilt für Kinder, pädagogische Fachkräfte und Eltern. Neben der Organisation von Marte Meo-Qualifizierungen (practitioner, colleague trainer) sowie Supervisionsgruppen, steht die Fachstelle Beratung und Entwicklung für spezifische Fragen der Marte Meo-Kolleg:innen zur Verfügung. Darüber hinaus wirkt sie mit bei der strategischen Weiterentwicklung von Marte Meo bei Kita Frankfurt.
Kinder- und Familienzentren
Kita Frankfurt ist Träger von drei Kinder- und Familienzentren, die auf der Grundlage des Early Excellence Ansatzes arbeiten. In Kooperation mit einer Familienbildungsstätte oder einer Erziehungsberatungsstelle entwickeln sie bedarfsgerechte, stadtteilbezogene Angebote für Familien, um deren Ressourcen zu stärken und möglichst frühzeitig mit ihnen im Kontakt zu sein. Die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit von Eltern und pädagogischen Fachkräften ist eine wichtige Grundlage, um allen Kindern optimale Bildungschancen zu ermöglichen. Kinder- und Familienzentren öffnen sich in den Sozialraum und vernetzen sich mit verschiedenen Institutionen, um die Angebote für Familien vielfältig und bedarfsgerecht zu gestalten. Die Fachstelle Beratung und Entwicklung begleitet die Einrichtungen in diesem Prozess, indem sie Arbeitstreffen initiiert und moderiert, Qualifizierungsangebote organisiert und den Entwicklungsprozess mit den Beteiligten reflektiert.
Orte für Familien
Mit dem betriebseigenen Projekt „Orte für Familien“, das sich an das Modell der Kinder- und Familienzentren und den Early Excellence Ansatz anlehnt, unterstützt Kita Frankfurt Einrichtungen darin, die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern zu stärken. Während einer jeweils dreijährigen Projektlaufzeit begleitet die Fachstelle Beratung und Entwicklung die ausgewählten Projekteinrichtungen zu Themenschwerpunkten: z.B. bei der Analyse der Ausgangssituation, der Weiterentwicklung der Kooperation mit Familien und dem Etablieren passender familienunterstützender Angebote oder der Vernetzung in den Stadtteil. Sie moderiert Vernetzungstreffen und Teamsitzungen oder Konzeptionstage zu den Grundlagen des Early Excellence Ansatzes und wirkt mit bei der Steuerung der Qualifizierung in diesem Bereich.
Fallberatung/ Hospitation mit anschließendem Feedback und gemeinsamer Reflexion
Pädagogische Fachkräfte kommen in ihrem beruflichen Alltag bisweilen an Grenzen, haben z.B. Fragen zum Verhalten eines oder mehrerer Kinder oder möchten ihren eigenen Umgang und ihr pädagogisches Handeln mit externer Hilfe reflektieren. Die Fachstelle Beratung und Entwicklung bietet den Mitarbeitenden an, Alltagssituationen in den Einrichtungen zu beobachten, um sie in einer anschließenden Fallbesprechung gemeinsam auszuwerten, gemeinsam Hypothesen zu bilden und Veränderungsmöglichkeiten zu entwickeln.
In Einzelfällen sind Hospitationen möglich, das Einverständnis der jeweiligen Eltern vorausgesetzt. Die Beobachtungen werden im Anschluss an die Hospitation mit den pädagogischen Fachkräften reflektiert. Den Eltern wird das Angebot gemacht, gemeinsam mit der Fachkraft und der Mitarbeiter*in der Fachstelle Beratung und Entwicklung über die Beobachtung zu sprechen und diese auszuwerten.
Inklusion und Teilhabe
Das Recht aller Kinder auf gemeinsame Bildung und Erziehung und damit auf eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft ist die Grundlage für die Gestaltung inklusiver pädagogischer Arbeit. Konkret bedeutet dies, die wohnortnahe Bildung und Betreuung für alle Kinder, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, zu gewährleisten.
Die Aufgabe der Fachstelle Beratung und Entwicklung ist es, die Einrichtungen darin zu unterstützen, den gesamten pädagogischen Alltag inklusiv zu gestalten.
Auf Anfrage hospitieren die Mitarbeitenden der Fachstelle Beratung und Entwicklung, um Fachkräfte zu unterstützen, entwicklungsangemessene Angebote für Kinder zu entwickeln. In moderierten Teamsitzungen und Konzeptionstagen können die Einrichtungen an der Ausrichtung und Umsetzung der inklusiven Pädagogik in ihrem Haus arbeiten.
Gemeinsam mit der Leitung Pädagogik, den Regionalleitungen und Einrichtungsleitungen ist die Fachstelle maßgeblich bei der Entwicklung von Qualitätsstandards und der Reflexion räumlicher und materieller Voraussetzungen für inklusive Arbeit beteiligt.
Kinderschutz
Die Fachstelle Beratung und Entwicklung unterstützt die pädagogischen Fachkräfte bei der Einschätzung des Gefährdungsrisikos der von ihnen betreuten Kinder. Nach §8a SGB VIII sind die pädagogischen Fachkräfte verpflichtet, Gefährdungsrisiken bei Kindern zu erkennen, zu beurteilen und einzuschätzen. Diese Aufgabe erfordert eine Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft (iseF) für Kinderschutz. Mehrere Mitarbeiter:innen der Fachstelle Beratung und Entwicklung verfügen über diese Qualifikation und kooperieren darüber hinaus mit externen Kooperationspartnern zur Durchführung von Risikoeinschätzungen. Bei Hinweisen auf Gefährdungen des Kindeswohls durch Mitarbeitende verantwortet der Träger die fachliche und strukturelle Umsetzung des Schutzauftrags in den Einrichtungen und leitet ein Prüfverfahren ein. Der Verfahrensablauf für den Umgang mit Vorwürfen gegenüber Fachkräften sieht eine beratende Funktion der Fachstelle vor.
Unterstützung bei Krisen und Konflikten in Einrichtungen
Krisen und Konflikte gehören zum pädagogischen Alltag in Einrichtungen. Die Fachstelle Beratung und Entwicklung bietet Unterstützung bei Krisen und Konflikten, indem sie für alle beteiligten Personen Beratung anbietet oder vermittelt mit dem Ziel, Ursachen für Konflikte zu verstehen und Lösungsmöglichkeiten im Umgang zu erarbeiten. Bei akuten Krisen (z.B. Todesfälle) stehen die Mitarbeiter:innen der Fachstelle Beratung und Entwicklung den Einrichtungen zeitnah zur Verfügung. Diese Gespräche finden meist im Rahmen einer Dienstbesprechung in der Einrichtung oder in der Zentrale statt. Manchmal entstehen auch zwischen Mitarbeitenden und Eltern schwierige Situationen oder offene Konflikte, bei denen Leitungen oder Mitarbeitende Unterstützung benötigen. Auch dazu bietet die Fachstelle Beratung und Entwicklung Hilfestellungen an. In Einzelfällen moderiert ein:e Mitarbeiter:in der Fachstelle Beratung und Entwicklung zur Unterstützung einer Leitung auch Elterngespräche.
Unsere Angebote
- Ad-hoc-Beratung
- Beratung zum Kinderschutz
- Krisen- und Konfliktberatung
- Fallberatung/ Hospitation mit anschließendem Feedback und gemeinsamer Reflexion
- Fachberatung zu den Grundsätzen und Prinzipien des Bildungs- und Erziehungsplans und den Themen der Schwerpunkt-Kitas
- Moderation von Veranstaltungen
- Durchführung von Qualifizierungen zum hessischen Bildungs- und Erziehungsplan